Die Welt ändert sich, Auswandern auch!

Auch wenn ich der Meinung bin, dass jeder, der Mut, Grips und Durchhaltevermögen beweist, auch heute noch mit diesen drei Eigenschaften und weniger Geld auswandern kann, ändern sich trotzdem die Zeiten massiv für Einwanderer in der Türkei. 




Ein normaler rechtsstaatlicher Prozess

Was online in den Foren als „Schikane“ oder „Ungerechtigkeit“ betitelt wird, ist nichts anderes als die Durchsetzung geltenden Rechts und die Schließung von Steuerschlupflöchern. 
Hauptursache für Veränderungen in der Türkei sei laut vielen Stimmen der hier ansässigen Residenten die Flucht aus der Ukraine und aus Russland bei Ausbruch des Krieges. Viele Flüchtlinge würden sich sich mit ihrem Geld in der Türkei niederlassen, vornehmlich in der Region Antalya und Istanbul. Direkte Kontakte von dort berichteten mir schon zu Beginn des Ukraine Krieges, dass ab dem Moment die Mietpreise ins astronomische geboten wurden. Die Ausländerquote von aktuell maximal 20 Prozent pro Stadtteil wurde in vielen Orten dort schnell erreicht. Letzteres wird von vielen Auswanderern als "Schikane" gesehen. 
Die Türkei verlangt heute schlichtweg das, was europäische Staaten von Einwanderern aus Drittstaaten schon seit Jahrzehnten fordern: Transparenz, finanzielle Unabhängigkeit und Gesetzestreue.

Die "Devisen-Bringer"! 

Wie viele EUROPÄISCHE RENTNER leben in der

Türkei? 

Laut einem Artikel von 2026 der FMC Group sind in der Türkei die Anteile der Europäer verschwindend gering.  Obwohl westeuropäische Auswanderer (vor allem aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden) in bestimmten Küstenregionen wie Alanya, Antalya oder Fethiye sehr präsent und sichtbar sind, verschwindet ihr Anteil in der landesweiten Gesamtstatistik der Einwanderung bis 2025 fast vollständig. 

Europäische Rentner machen prozentual gesehen schätzungsweise nur etwa 0,5 % bis maximal 1 % der gesamten offiziellen Einwanderer- und Expatriate-Bevölkerung in der Türkei aus.

Dominanz anderer Nationalitäten: 

Die Liste der ersten Plätze von Einwanderern in der Türkei wird zahlenmäßig massiv von Menschen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, dem Iran, Aserbaidschan sowie in den letzten Jahren sehr stark von Staatsbürgern aus Russland und der Ukraine angeführt.

Warum werden Ausländer-Gesetze schärfer? 

Die Türkei hat schon lange die alten Zöpfe der 90er Jahre abgeschnitten, wird deshalb  immer noch strenger, was Gesetze betrifft. 

Gründe sind vielfältig - mitunter muss ein Staat, der rundherum jenseits seiner Grenzen, immer wieder Kriege hat, trotzdem den GESAMTEN "Zulauf" strikt regulieren, dabei spielt es keine Rolle, ob es Migranten sind, die in ihrem Land nicht mehr sicher leben können oder Auswanderer aus Europa, die ihr Land einfach nicht mehr leiden können. Vielleicht ist vielen deutschen Auswanderern diese Logik nicht klar, weil sie nicht mit Flüchtlingen verglichen werden wollen. Das tut die Türkei auch nicht, es gibt getrennte Statistiken, doch was viele dabei vergessen, es handelt sich immer um Menschen, nicht um Zahlen - egal woher sie stammen. 

  • Geflüchtete fallen unter den vorübergehenden Schutzstatus (Geçici Koruma) oder das internationale Asylrecht.
  • Europäische Rentner fallen unter das reguläre Ausländer- und Aufenthaltsgesetz (İkamet) für Migranten ohne Arbeitsabsicht.

Doch am Ende des Tages gilt das Souveränitätsprinzip: 
Ein Staat hat das fundamentale Recht und die Pflicht, zu steuern, wer sich wie lange auf seinem Territorium aufhält. 
Wenn die Belastungsgrenze des Landes erreicht ist, werden die Gesetze für alle verschärft. 
Die Weigerung mancher Auswanderer, sich in diesem Gesamtkontext zu sehen, entspringt oft einer mangelnden Perspektive auf die enorme geopolitische Last, die die Türkei trägt.

Jede zusätzliche Person benötigt Wohnraum, verbraucht Ressourcen und beeinflusst die Demografie.

Warum europäische Rentner diese Logik oft ignorieren

Viele westeuropäische Auswanderer argumentieren aus einer Position des Privilegs heraus. Der Kern ihres Unmuts lässt sich so zusammenfassen:

Die Erwartung von Sonderstatus: 

Viele Deutsche oder Briten sind es durch ihre starken Pässe gewohnt, weltweite Reise- und Niederlassungsfreiheit zu genießen. Sie empfinden es manchmal als Kränkung, wenn sie bürokratisch genauso behandelt werden wie Migranten aus Drittstaaten.

Die Verwechslung von Tourismus und Einwanderung: 

Ein Tourist bringt schnell Devisen und reist wieder ab. Ein Einwanderer (auch ein Rentner) bleibt. Sobald jemand dauerhaft im Land lebt, greifen die Regeln der nationalen Sicherheit und des Einwohnermeldewesens. Hier macht der Staat völlig zu Recht keinen Unterschied aufgrund der Herkunft.

Ich höre auch immer wieder das "ewig langweilige" Argument bei Verschärfung und Schwierigkeiten bei Aufenthaltsanträgen, das schon einen "Bart" hat: 

"Wir bringen schließlich die Devisen ins Land"

Das ist zwar richtig, allerdings zahlen die meisten deutschen Auswanderer, weil sie eben Rentner sind, ihre Rentensteuer in Deutschland, ihre Krankenversicherung auch, selbst wenn sie hier mit SGK pauschal mit einem Minibetrag abgerechnet wird.

 

1. Steuerflucht der Einnahmen (Deutschland profitiert, nicht die Türkei)

Ausländische Rentner zahlen ihre Einkommensteuer auf Lebenszeit in Deutschland. Das bedeutet: 

Die Wertschöpfung, die ihre Rente überhaupt erst generiert, und die Steuerabgaben darauf bleiben im deutschen Fiskus. In der Türkei kommt von dieser Steuerleistung kein einziger Cent an.
2. Das Krankenversicherungs-Missverständnis (SGK vs. deutsche Krankenkasse)
Viele deutsche Rentner verweisen darauf, dass sie über das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen (Auslandskrankenschein/T/A 11) oder das staatliche türkische SGK-System versichert sind. Doch die Realität dahinter sieht so aus:
  • Niedrige Pauschalen: Die Verrechnung zwischen den deutschen Krankenkassen und dem türkischen Staat basiert oft auf niedrigeren Pauschalbeträgen, die die realen medizinischen Kosten im Alter (chronische Krankheiten, Operationen) in einer alternden Community kaum decken.
  • Infrastrukturnutzung: Selbst wenn Behandlungen bezahlt werden: Die Krankenhäuser selbst, die medizinischen Geräte, die Gehälter der Ärzte und das gesamte staatliche Gesundheitssystem wurden über Jahrzehnte hinweg von den türkischen Steuerzahlern aufgebaut und subventioniert. Einwanderer setzen sich hier ins „gemachte Nest“, ohne jemals zu diesem Aufbau beigetragen zu haben.
3. Konsumsteuer deckt keine Infrastruktur
Die Mehrwertsteuer (KDV) beim Kauf von Brot, Milch oder Kleidung, Auto usw. ist eine reine Verbrauchssteuer. Sie reicht bei weitem nicht aus, um die langfristigen Kosten einer Person im Land zu decken, auch nicht die Autosteuer oder Grundsteuer. 
Einheimische oder junge arbeitende Auswanderer/Firmen finanzieren über ihre Einkommen-, Gewerbe- und Lohnsteuern:
  • Das Straßennetz und den öffentlichen Nahverkehr
  • Die Müllentsorgung, Wasser-/Strominfrastruktur,
  • Die öffentliche Sicherheit (Polizei, Feuerwehr, Grenzergiebigkeit)
Aus Sicht des türkischen Staates ist die Rechnung daher simpel: Die geringen Devisen von Auswanderern, vor allem Rentnern wiegen die demografische und infrastrukturelle Last auf Dauer einfach nicht auf. 
Warum manche, die in sozialen Medien wie Facebook ständig betonen, dass sie doch quasi durch ihre Devisen "das Land retten", denken, sie sind die überwiegende Mehrheit, liegt daran, dass sie sich auch gedanklich nur noch Urlaub wünschen und sich - natürlich nicht alle, aber ein Teil, die sich auch beim Denken in den Dauerurlaub begeben und lieber sofort schimpfen, als nachzudenken. 
Mit Sicherheit gefällt das jetzt den Lesern nicht, die so denken - aber mir und vielen anderen Auswanderern, darunter Ehepartner von türkischen Staatsbürgern, die hier über Jahre Firmen hatten, ihr halbes Leben schon in der Türkei gelebt und gearbeitet haben, wie ich auch - für türkische Steuern, damit Menschen "die Devisen bringen", es im Land schöner und bequemer als in den 90er Jahren haben, gefällt dieses hochnäsige Verhalten auch nicht.

Deutscher Rassismus der manchmal mit über die Grenze kommt und auf den türkischen trifft...

Mann kann es auch kaum jemandem passend machen, denn es gibt, außer den wirklichen Türkei-Liebhabern auch viele, die aufgrund der wirtschaftlichen miesen Lage und einer vielleicht ungeliebten Regierung, einerseits aus Deutschland weg möchten, aber Ausländer im eigenen Land gerne "los" werden wollen und striktere Gesetze fordern. 

Andersherum beginnt man (oft gemeinsam mit den deutsch sprechenden Oppositionswählern)  nach der Auswanderung dann hier über die Syrer zu schimpfen, dass sie "stinken" oder "faul" wären - ganz vergessend, dass sie, genau wie Syrer selbst oder andere Ausländer, Gäste im Land sind. 

Mit dem Unterschied jedoch dass zum Beispiel Syrer die ehemaligen Nachfahren von Bürgern des alten Osmanischen Reiches sind, während sie als Deutsche selbst aus Europa kommen, aus jenem Land, das einmal Verbündeter dieses ehemaligen alten  Reiches im Ersten Weltkrieg war, weshalb man den Krieg verloren hatte.

Warum ich das jetzt vergleiche? Weil es mich wahnsinnig peinlich berührt, wenn Deutsche hier in der Türkei rassistische Ansichten vertreten, obwohl sie selbst zu den Ausländern zählen und Gäste sind im Land - so unter dem türkischen Motto und Sprichwort: 

„Tencere dibin kara, seninki benden kara“. Wörtlich übersetzt bedeutet es: „Topf, dein Boden ist schwarz, deiner ist schwärzer als meiner.“

Sie glauben nicht, dass es das gibt? Doch! Ich lese diesen Rassismus auch regelmäßig auf meiner Facebook-Auswandern-Seite und blende die Kommentare aus, blocke diese Schreihälse. 

Ich werde und will es, wie viele, die in der Türkei leben, nicht verstehen, dass man sich als Gast in einem Land, der einem den Aufenthalt genehmigt, so verhält. Das ist unterste Schublade. Fremdschämen tu ich mich schon lange nicht mehr, denn sie sollen sich gefälligst selbst schämen. 

Ich habe sogar vor einigen Jahren eine E-Mail von Auswanderungswilligen aus Deutschland erhalten, die ich hier im Blog veröffentlicht habe, die nur so vor Rassismus trieft. Sie ist unter "Meine Geschichten aus der Türkei" zu finden - einfach auf der Seite scrollen bis dieses Bild kommt : 

 


Was änderte sich seit 2023? 

Das Ausländergesetz von 2014 wurde nach Berichten meiner Kontakte aus dem Raum Antalya, je nach Migrationsbehörde in den einzelnen Provinzen mit "Kann"- Vorschriften, sprich Ermessensentscheidungen der bearbeitenden Beamten, unterschiedlich gehandhabt.  

Ich selbst habe im Juli 2023 einen Auswanderwilligen, der kein Eigentum hatte und nur mieten wollte, nach einer Ablehnung zu jemandem geschickt, der direkten Kontakt zur hiesigen Migrationsbehörde in der Provinz Mugla hat und dem von diesem Kontakt anschließend gesagt wurde, dass der Beamte wohl einen schlechten Tag hatte, er solle es später noch einmal versuchen. 

Inwieweit dieses Ermessen angewandt werden darf, ist mir nicht bekannt. Ob die "ganz oben" IMMER darüber überhaupt Kenntnis haben, weiß ich auch nicht, zumal es meistens in den Touristenprovinzen passiert. 

Abgesehen davon - wir steckten seit der Pandemie 2020 weltweit in einer Krise. Rentner, die z.B.  im Billigland Thailand früher von einer Minirente leben konnten, jammern verstärkt über die teuren Lebenshaltungskosten. Mittlerweile nähert sich Thailand den türkischen Preisen, die wir vor der Pandemie und vor dem Ukrainekrieg in der Türkei hatten. Wer es nachsehen will, findet aktuelle Preise im Internet. Auf manchen Seiten habe ich 2021 bereits Mietpreise gefunden, die sogar höher sind als hier, was mich selbst verwundert hat. 

Es gab früher viele, die sich zutrauten, in jüngeren Jahren einfach einzupacken und mit fast null Geld im Hintergrund , nur mit Know-How im Gepäck auszuwandern und die es schafften, sich hier in der Türkei trotz Schwierigkeiten niederzulassen, zu arbeiten oder eine Firma zu gründen und es langsam aber stetig in vielen Jahren zu etwas gebracht haben. Das wird heutzutage immer schwieriger. 

Wer dann auch nach Jahrzehnten sagt, er/sie ist mit ihrem Leben in der Türkei zufrieden, hat es richtig gemacht. 

Auswanderer, die  alle Schwierigkeiten meisterten, die sich nicht einfach auf einem Bankkonto ausruhen konnten, gab es nicht so viele in den letzten Jahrzehnten, denn dazu gehört immenser Mut. Sind die Steine noch so groß, die sie in den Weg gelegt bekamen, sie gaben nicht auf, egal wie lange es dauerte. Das sind  für mich die wahren Auswanderer-Helden.  

Doch diese Art stirbt  leider mehr und mehr aus, weil es heut einfach auch immer schwieriger wird, ohne die vorgeschriebenen finanziellen Mitteln die Aufenthaltserlaubnis in der Türkei zu erhalten und die Hürden, was arbeiten betrifft, immer noch da sind und nicht weniger schwierig sind. Dazu gibt es einen Artikel von 2026 von mir im Blog - unter "Häufige Auswandererfragen".

Verschiedene Typen - wer letztendlich Erfolg hat

Nicht immer ist nur Geld allein die beste Voraussetzung, wenn es an monatelanger, manchmal jahrelanger Vorausplanung und Recherche fehlt, die Träume aufgrund rechtlicher Hindernisse und fehlender Voraussetzungen nicht zu verwirklichen sind.  Von alleinstehenden Frauen, die hier mit Geld ihre Beziehungen oder Pseudo-Ehen mit türkischen Männern finanzieren, ganz zu schweigen und die sich selbst damit das Wasser abgraben. Diese Fälle hört man zwar weniger, doch sie sterben nicht aus, es wird sie weiter geben. Meine Erfahrungen, auch die meines Umfeldes seit fast 25 Jahren:

Der Auswanderer der bei Schwierigkeiten nicht aufgibt

Da gab es oder gibt es auch heute immer noch,  die Gruppe der "Macher" mit mittlerem oder sogar viel Bankguthaben im Rücken, die Schlauen haben es geschafft, weil sie hartnäckig nur ein Ziel verfolgten und nicht irgendwo abgebogen sind. Die wussten, dass die ersten drei Jahre entscheidend sind, sich durchzubeißen und die in dieser Zeit nie aufgegeben haben. 

Der Planlose

Aber ich traf auch diejenigen, die zwar viel Geld, aber  unausgegorene berufliche Ideen hatten, die sie nie verwirklichen konnten oder kurzfristig eine Bauchlandung hinlegten - nur, weil sie sich in ihrem deutschen Besserwisser-Wahn nicht genügend im Vorfeld informiert hatten, welche Voraussetzungen man auch damals schon haben und die man mit Zeugnissen belegen musste. Oder solche, die dachten, ach egal, früher war ich Schlosser, ich mache aber ein Restaurant auf - ohne jegliche Vorkenntnisse. 

Der Neidhammel mit unausgegorenen Träumen

Ich traf einige Menschen, die (nach ihrer eigener Meinung)  immer schon intelligenter waren als alle anderen und immer  alles immer besser wussten, die eifersüchtig auf die schauten, die es mit weniger geschafft hatten. Woran sind sie gescheitert? 

Diese Auswanderer, die nach außen immer eine große Klappe hatten, aber überhaupt keine Ahnung wie es hier in der Türkei läuft, wandten meistens  mehr Energie auf, anderen die Ideen oder die Jobs abspenstig zu machen oder zu kopieren oder schlecht über die Konkurrenz zu reden, als eigene brauchbare Pläne zu entwickeln. Wie bei vielen in der Vox Sendung "Goodbye Deutschland" schrumpfen die Bankkonten und es wird immer enger.  

Warum? Weil sie selbst mit ihrem eigenen oberflächlichen "Wissen" nicht weiterkamen und vor lauter Arroganz und dem Lästern über die anderen, ihr Ziel schlichtweg "verpennt" haben, erfolgreich zu werden. 

Meistens wurden sie auch noch blauäugig zum Teil um ihr Geld betrogen, weil sie trotz Warnungen zu den Falschen gingen oder es wurde aufgrund von Schnapsideen immer weniger. Natürlich waren andere schuld, wie immer hier.

Die einen kompensierten es mit anzeigen der Nachbarn, anonymen Anrufen bei der Polizei oder mit kleinen Gehässigkeiten wie Rufmord, Geschäftsschädigung. Andere wiederum packten irgendwann ein und ließen, nach ihrer Rückkehr nach Deutschland, an der Türkei kein gutes Haar. Denn die Einsicht, dass man selbst einfach Fehler macht, gibt es bei diesen Menschen nicht wirklich

Die jammernden Rentner

Und dann gibt es noch die Rentner, die mit ihrer Rente im Rücken einfach das Land wechseln, um besser zu leben, ihr regelmäßiges Einkommen haben und sich, wenn sie schlau waren, früh eine Immobilie gekauft haben und nun ohne Miete ihre Rente genießen können. Sie haben ihren Lebensabend verdient.  Trotzdem gehört ein Teil dieser Gruppe prozentual gesehen, zu den allergrößten Meckerern in der Auswanderer Community. 

Genießen haben sie oftmals verlernt, weil sie zu  beschäftigt sind, (auch in Facebook) zu jammern und zu schimpfen, dass die Preise steigen und man hier nicht mehr leben kann und angeblich überall betrogen wird. Wissen aber genau, dass sie von ihrer Rente in Deutschland kaum noch existieren können. 

Diese "Fraktion" ist jedoch, seit ich hier bin, diejenige, die am meisten Zeit hat, zu schimpfen, meistens über die Bier- und Raki Preise. Ich habe Rentnerinnen getroffen, die mir erzählten, wie toll sie sind und sie aus der gleichen Branche Bau wie wir kämen. Aber kannte den Unterschied zwischen deutscher und der Bauweise in unserer Region nicht. Nachdem noch andere liebe Menschen geholfen hatten, ihnen die Rückkehr nach Deutschland zu erleichtern, wurde beim Abschied gesagt, in "dieses Drecksland" wollte man nie, nur wegen dem Kima. 

Informieren im Netz ist wichtig

Gerade Rentner, die gute Rente haben, benehmen sich oftmals völlig daneben. Renter, die aber auch die  Zeit hätten, sich im Internet über die allgemeine Weltwirtschaftskrise zu erkundigen, anstatt nur deutsche Nachrichten zu inhalieren. 

Zum Beispiel hier einmal die Berichte alle ansehen: 

https://www.handelsblatt.com/themen/wirtschaftskrise

Nicht nur meine eigene Meinung: 

Wer in sozialen Medien "herumhängt", der kann auch eine Suchmaschine bedienen. 

Ein Teil - insbesondere der deutschen Rentner in der Türkei - jammert lieber, als sich selbst schlau zu machen, dass bestimmte Dinge mit Euro-Rente heute zum Teil sogar billiger sind als damals vor 20 Jahren. Man muss nur rechnen können. Bis auf die Mieten, die gibt es wie früher kaum noch -  das streite ich nicht ab. 

Doch ich kenne auch die "Pappenheimer", die hier unter den zufriedenen Auswanderern völlig das Bild verfälschen: 

Das sind die Rentner, die sowohl in Deutschland als auch in der Türkei oft zwei Häuser besitzen und hohe Renten samt vom verstorbenen Ehepartner beziehen und trotzdem hier nur schimpfen, dass es immer teurer wird. Verkaufen und mit seinem Vermögen zurück nach Deutschland gehen - Fehlanzeige. Seltsamerweise sind das diejenigen, die nur über die Türkei schimpfen, obwohl es ihnen finanziell dreimal besser geht als anderen, die total zufrieden und glücklich hier leben. 


ich empfehle hier, die internationalen Wirtschaftsnachrichten regelmäßig zu lesen, um zu sehen, was im Rest der Welt mit den Preisen so passiert. Wenn ich das in Facebook als Antwort schreibe, bekomme ich sofort eine dumme Antwort - ja aber in der Türkei ist die Inflation schlimmer. Entschuldigung, dann gibt es einen Weg da raus, man kann die wenige Inflation in Deutschland wählen - aber macht man nicht, weil es ja hier trotzdem billiger ist? 

Fakt ist, auch wenn viele jetzt über das Vorgehen der Ausländerbehörden jammern, es ist immer noch nett von der Türkei, so großzügig die Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. 

WARUM?

Denn normalerweise handelt die Türkei gesetzlich nach dem GEGENSEITIGKEITSPRINZIP. Sprich, man könnte, das gleiche Ausländergesetz wie Deutschland umsetzen, wenn man wollte.  

Würde hier das Gegenseitigkeitsprinzip eintreten, würde es für Ausländer gar nicht mehr möglich sein, so leicht einzureisen und eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Oder ein Ferienhaus zu kaufen, in das man regelmäßig in den Urlaub kommt. 

Mir war das immer bewusst, die meisten wissen gar nicht, wieviel Freiheiten sie bei der Einreise noch haben. 

Ein Einheimischer hier in der Türkei kommt als Tourist nur mit strengen Visavorgaben nach Deutschland. Oft nur mit notarieller Einladung von Verwandten. Er kann nicht einfach nach drei Monaten bleiben und Aufenthalt erhalten, wenn er dort ein Miet- oder Kaufobjekt findet. 

Man muss nicht fragen, wer könnte wohl aktuell  am glücklichsten unter den Auswanderern in der Türkei sein? Kein Geld der Welt bedeutet, dass es jemand in einem fremden Land schafft. Egal wo. 

Es liegt 

a) an der inneren Einstellung  

b) an den eigenen Ideen, die nicht irgendwo geklaut wurden, sondern geplant

    eingesetzt wurden 

 und 

c) an dem Willen, es zu schaffen, egal welche Schwierigkeiten auftauchen. 


Ach und das hätte ich fast vergessen - bevor das Argument kommt, es gäbe so viele mit Mindestgehalt hier, die nicht leben können 

- es geht hier nicht um Einheimische, es geht nur um Ausländer, die sich ganz klar entschieden haben, auszuwandern und die sich immer bewusst sein müssen, was sie tun. 

Denn nur sie haben die Wahl - in der Heimat bleiben oder gehen. 

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