Türkei: Existenz aufbauen - nicht auf "Freunde" bauen?
Ein Phänomen, das viele erleben, wenn es darum geht, eigene Projekte, Ambitionen oder Geschäfte aufzubauen, ist, dass „Freunde“ plötzlich nicht so präsent sind wie sonst: Es ist mag für viele enttäuschend sein, aber es gibt psychologische und soziale Gründe, warum das in den meisten Fällen so ist.
1. Unterschied zwischen Bedürfnis-Hilfe und ambitionierter Hilfe
Viele Menschen interagieren nur dann, wenn sie selbst einen klaren Nutzen, unmittelbare Hilfe oder emotionale Bestätigung erhalten. Wenn du ein Geschäft aufbaust, braucht das oft mehr Engagement, Zeit oder Aufmerksamkeit, als sie bereit sind zu geben. Kurz gesagt: Sie sind gewohnte Gefälligkeitspartner, keine aktiven Unterstützer deines Wachstums.
2. Neid oder unbewusste Konkurrenz
Manche Freunde fühlen sich bedroht von deinem Erfolg oder deiner Initiative – unbewusst entsteht Angst, dass dein Fortschritt ihre eigene Position verändert. Die Folge: Wegschauen, Desinteresse, kein Mitfiebern, um die eigene Komfortzone zu schützen.
3. Soziale Trägheit
„Freunde“ reagieren oft auf Bequemlichkeit und Routine: Sie reagieren automatisch, wenn du direkt ansprichst, aber nicht auf subtile, langfristige Projekte. Aufbau eines Geschäfts ist kein kurzfristiger Gefallen, daher fehlt die automatische Aktivierung der sozialen Unterstützung.
4. Unterschied zwischen realem und virtuellem Support
Online-Präsenz oder Social Media erfordert aktives Engagement: liken, teilen, kommentieren. Viele Menschen haben passive Aufmerksamkeit, aber kein inneres Bedürfnis, sich öffentlich für dein Projekt zu engagieren. Das ist weniger ein persönlicher Angriff als ein psychologisches Limit: Aufwand vs. Nutzen wird unbewusst abgewogen.
5. Psychologische Erklärung: „Support nur in der Komfortzone“
Freunde, die sonst immer da sind, wenn sie etwas brauchen, operieren oft nach dem Prinzip: „Ich helfe, wenn es mich nichts kostet oder mir kurzfristig Nutzen bringt.“ Dein Projekt erfordert aber Investition in Zeit, Energie, Aufmerksamkeit – viele überschreiten nicht gern ihre Komfortzone, auch wenn sie dich mögen.
6. Konsequenz
Desinteresse sagt oft mehr über die Freunde als über dich: Es zeigt, wer in deinem Umfeld wirklich aktiv in dein Wachstum investiert. Wahre Unterstützung ist oft eingeschränkt, und nicht alle bisherigen sozialen Kontakte können die neue Rolle als „Unterstützer“ übernehmen.
Das bedeutet ganz einfach - die meisten Freunde, interessieren sich vielleicht gar nicht für deine Themen oder sind nicht so begeistert wie du von deiner Idee, sie zu deiner Arbeit zu machen und damit zu verdienen. Du kannst keinen Realisten zu Esoterik überreden, genau wie du einen leidenschaftlichen Veganer nicht zu einem gebratenen Hühnchen einladen kannst. Deswegen darfst du nicht enttäuscht sein. Wenn du früher einen Angestelltenjob machtest, haben die Freunde dich auch nur privat gesehen und nicht mit dir über die Arbeit gesprochen. Warum sollten sie es denn jetzt tun?
Wenn du alleine den Aufbau dieses Geschäftes vornimmst und mit deiner Zeit nicht klar kommst, selbst intensiv zu werben, such dir Mittel und Wege für gezielte Werbung - die macht sich nicht von alleine, benötigt Strategie und viel Zeit. Das gilt auch in Sozialen Medien - deshalb sind Firmen, die Marketing machen, auch nicht wirklich günstig. Hier abwägen, ob sich eine finanzielle Investition vielleicht doch lohnt, weil du dann schneller an deinem Projekt arbeiten kannst und dich deine eigene Werbung nicht stundenlang vom Geld verdienen abhält?
Konzentriere du dich selbst auf das, was du tun möchtest und lass dich von irgendwelchen Gedanken nicht ablenken, lass dich aber auch nicht von Freunden ablenken, die denken, wenn du selbständig bist, hast du keine festen Arbeitszeiten. Diese bestimmst NUR du, auch deine Freizeit - mit oder ohne deine Freunde und Bekannten.
Allerdings musst auch du akzeptieren können, dass nicht alle wie früher Zeit für dich haben, wenn eure Arbeitszeiten nicht parallel laufen. Und manchmal trennen sich dann auch Wege - nicht bewusst oder aus Desinteresse, aber aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten schleichend - auch das musst du wissen.
